Fritz Süllwold

Ordentlicher Professor für Psychologie seit 1965

Nachruf für Süllwold vom Henning Haase im UnReport vom 13.12.2010:
„Im Alter von 83 Jahren ist am 29. August Prof. Fritz Süllwold gestorben. 1965 wurde er auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Psychologie innerhalb der philosophischen Fakultät
der Universität Frankfurt berufen. Trotz zahlreicher alternativer Angebote blieb er bis zu seiner Emeritierung 1994 der Goethe-Universität und vor allem „seinem“ Institut treu, das er in seiner heutigen Struktur über die Jahre hin mit großem Engagement gestaltet hat. Nach Studium und Promotion in Göttingen war er 1963 von der Universität Saarbrücken habilitiert worden. Schon in seinen frühesten Publikationen deutete sich an, was ihn sein Leben lang als Forscher
und Lehrer ungemein faszinierte: das menschliche Denken, die Intelligenz, die geistige Leistungsfähigkeit. Seine kreativen Ansätze, die prozesshaften Verläufe des Denkens zu modellieren, haben ihm weltweite Anerkennung gebracht. Süllwolf gehörte zu dem Kreis von Psychologen, die nach 1945 das Studium der Psychologie aufgenommen haben und später in den Universitäten die Wende der phänomenologischen Tradition im Sinne des kritischen Rationalismus für eine moderne Psychologie am Bilde der Naturwissenschaften vorantrieben. Dennoch blieb ihm die Andersartigkeit des Psychischen gegenüber dem physischen Forschungsgegenstand immer bewusst. Den Studierenden hat er nicht nur den Wissenskanon der Psychologie, sondern auch deren wissenschaftstheoretische Grundlagen überaus anschaulich nahegebracht. Die Anregungen, die Süllwold in die Wissenschaft eingebracht hat, sind zahllos. Vielleicht aber würde es ihn freuen, sein jüngstes Projekt, eine Geschichtspsychologie zu etablieren, in der Psychologie aufgenommen zu sehen. Seine Schülerinnen und Schüler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden Fritz Süllwold als wohlwollenden Förderer ihrer Entwicklung in Erinnerung behalten.