Iring Fetscher

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Im obigen Buch wird das akademische Leben Iring Fetschers von seiner Berufung (1962) bis zu seiner Emeritierung (1988) an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität zu Frankfurt am Main thematisiert. In diesen Zeitraum fallen die Beschäftigung der Republik mit dem Dritten Reich wie der DDR, die Studentenunruhen, die RAF und die neuen sozialen Bewegungen.
In den hier abgedruckten Interviews, die vom Autor um Fußnoten und einem Personenindex erweitert wurden, wird der autorensoziologische Hintergrund eines Intellektuellen sichtbar gemacht, der wie kaum ein anderer seiner Zeit die Lebenswelt zwischen Universität und Politik zu reflektieren vermochte.

Nachruf vom 20.07.2014
Der Politikwissenschaftler Iring Fetscher ist tot. Der berühmte Marxismus-Forscher und einstige Berater von Willy Brandt starb am Samstag im Alter von 92 Jahren in einem Frankfurter Krankenhaus. Das berichtet seine Familie.

Standardwerke zum Marxismus

Fetscher, am 4. März 1922 in Marbach am Neckar geboren, lehrte von 1963 bis 1987 an der Frankfurter Goethe-Universität. Seine Schriften „Von Marx zur Sowjetideologie“ (1957) und das dreibändige Handbuch „Der Marxismus“ (1963-1968) wurden zu Standardwerken. Daneben beschäftigte er sich mit den Philosophen Rousseau und Hegel.

Fetscher engagierte sich – mit kritischer Distanz – seit vielen Jahrzehnten in der SPD. In den 1970er Jahren beriet er als Mitglied der SPD-Grundwertekommission die Kanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt.

Auseinandersetzung mit eigener Schuld

Mit seiner Zeit als Offiziersanwärter bei der Wehrmacht setzte sich Fetscher später auseinander. 1995 veröffentlichte er das autobiografische Werk „Neugier und Furcht. Versuch, mein Leben zu verstehen“. Fetscher trat auch als Publizist in Erscheinung.

Ihr Vater sei bis kurz vor seinem Tod noch wach und aktiv gewesen, sagte Caroline Fetscher, Publizistin und Redakteurin beim „Tagesspiegel“. In diesem Jahr erschien seine Habilitation über Hegel in neuer Auflage. Fetscher, der in Frankfurt in der Nähe von Marcel Reich-Ranicki wohnte, war mit dem im vergangenen Jahr gestorbenen Literaturkritiker auch gut befreundet.

Tagesspiegel vom 20.07.2014

Nachruf von Prof. Münkler anläßlich Fetschers Tod.

Zitat:
„Iring Fetscher hat das akademische Klima und die Umgangsformen an der Goethe-Universität, der er bis zur Emeritierung 1987 treu geblieben ist, in hohem Maße mitgeprägt. In der Zeit der Studentenbewegung ebenso wie in der anschließenden Phase studentischer Aktivistengruppen. Dabei hat er sich darum bemüht, den akademischen Freiraum nach beiden Seiten offen zu halten: zur offenen und engagierten Auseinandersetzung über politische Fragen, aber auch zur Arbeit an den Thema, denen seine Lehrveranstaltungen gewidmet waren. Das war nicht immer einfach und setzte großes taktisches Geschick und Fingerspitzengefühl voraus. Beides hat Fetscher in dieser Zeit immer wieder gezeigt.“