Revolution

Der SDS auf der komisch verzweifelten Suche nach dem revolutionären Subjekt

Auf der verzweifelten Suche nach dem revolutionären Subjekt

Eine Analyse der westdeutschen Studentenbewegung muß mißlingen, wenn die grundlegende ideologische, marxistische Idee vergessen wird, die ihr den utopisch, revolutionären Schwung verleiht und die gleichzeitig erklärt, warum spätestens Mitte 1969 dieser Enthusiasmus endgültig versiegt. Vor allem der SDS greift, wenn auch differenziert, auf die universale Entwicklungstheorie von Karl Marx zurück, für den Revolutionen „Lokomotiven der Geschichte“ sind[1], die Wandlung, Umsturz, Neugestaltung von unten, dynamische Bewegung mit naturgesetzlich vorgeschriebenem Fortschritt der Produktions – und Gesellschaftsform bedeuten. Dieses Naturgesetz mit Aufforderungscharakter ist im von Karl Marx und Friedrich Engels 1948 verfassten Londoner Kommunistischen Manifest („Manifest der Kommunistischen Partei“) als eine prophetische Heilsbotschaft und Weissagung formuliert, von der wir wissen, daß sie sich bis jetzt nicht bewahrheitet hat. Diese Botschaft beruht auf dem Glauben, über die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung“ zu verfügen. Hiernach wird der eine Teil der Gesellschaft, nämlich das Proletariat, durch die Bourgeoisie ausgebeutet. Ziel der Bewegung ist die Bildung des Proletariats zur alleinigen Klasse, Sturz der Herrschaft der Bourgeoisie, Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat, was gleichbedeutend ist mit der Abschaffung des bürgerlichen Eigentums und mit der Aufhebung der Ausbeutung der Arbeiter.

„An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.“

Wie kann aber dieses inspirierende Ziel erreicht werden? Das Manifest läßt keinen Zweifel:

„Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.

In einem Aufsatz zu Lenins Werk „Staat und Revolution“ stellt Krahl, der „Chefideologe des SDS“, diesen Zusammenhang überdeutlich her, wenn er sich auf folgendes Zitat Lenins bezieht:

„Wenn der Staat das Produkt der Unversöhnlichkeit der Klassengegensätze ist, wenn er ein über der Gesellschaft stehende und sich ihr mehr und mehr entfremdete Macht ist, so ist es klar, dass die Befreiung der unterdrückten Klasse unmöglich ist nicht nur ohne gewaltsame Revolution, sondern auch ohne Vernichtung des von der herrschenden Klasse geschaffenen Apparates der Staatsgewalt, in dem sich diese Entfremdung verkörpert.[2]/[3]

So eindeutig das Endziel ist, so umstritten ist die Frage, ob es der Arbeiterklasse aus sich herauf gelingen kann, es zu erreichen. Die sogenannten Traditionalisten innerhalb des SDS, ihre Wortführer auf der 22. Delegiertenkonferenz sind Herbert Lederer (Köln), Frank Deppe (Marburg), Erich Eisner (München) und Wanja von Heiseler (Göttingen), fühlen sich als Minderheitsfraktion der „reinen marxistischen Lehre“ verpflichtet: Nur die Arbeiterschaft als das „Proletariat“ vermag sich unter Anleitung der Partei (hier der DKP) zu befreien. Deswegen plädiert diese Gruppe für ein Bündnis der Arbeiterschaft mit linken Studenten, anderen sozialistischen Gruppierungen und den Gewerkschaften.[4] Sie vertrauen unbedingt „der Handlungsfähigkeit des Proletariats, dem sie weiterhin objektiv die Hauptrolle in den Klassenauseinandersetzungen bei objektiver Zuspitzung der Klassengegensätze zusprechen, und zwar unabhängig vom Entwicklungsstand seines „Bewußtseins“. Der SDS kann hiernach nur Teil der Arbeiterbewegung sein. Die Studenten können aus der Sicht der Traditionalisten nicht an deren Stelle treten:

„Beschränkt man sich in der Analyse der aktuellen Krise, die innerhalb des SDS als Organisationsfrage des SDS diskutiert wird, auf die Avantgardefunktion des SDS für die Studentenbewegung, so reduziert sich das Problem auf die Frage, ob der SDS dieser Avantgardefunktion länger gewachsen ist und wenn nicht, welche organisatorischen Bedingungen er erfüllen müßte, um dieser Funktion gewachsen zu sein. Dabei wird vorausgesetzt, daß die Studentenbewegung in sich weitertreibende Elemente genügend enthält und daß der SDS als ihre Avantgarde derzeit nur nicht in der Lage ist, diese Elemente herauszuarbeiten, zu artikulieren und in revolutionäre Praxis umzusetzen. Einer solchen Interpretation das Wort reden, bedeutet die Dialektik von Reform und Revolution für die Studentenbewegung voraussetzen: eine Annahme, die von der unreflektierten Übertragung klassischer Theorien der Arbeiterbewegung auf die Studentenbewegung lebt und die Unmöglichkeit einer solchen Übertragung, wie sie etwa Lukacs dargelegt hat, abtut mit vagen Hinweisen auf vage Theorien der ‘Wissenschaft als Produktivkraft’ und der technischen Intelligenz als neuer Arbeiterklasse.“[5]

Oder noch deutlicher:

„Das stellt sich für die Studentenbewegung dar als Anforderung, nicht bei der ‚Intelektuellenrevolte‘ stehenzubleiben. Der dialektische Prozeß der Wechselwirkung von linker Intelligenz und Arbeiterklasse beinhaltet nicht nur die Veränderung der Arbeiterklasse; er verlangt und bewirkt die Veränderung der linken Intelligenz.“[6]

Diese Fixierung auf die Arbeiterklasse veranlaßt den konservativen Flügel des SDS gänzlich die Bedeutung der Studentenbewegung in Frage zu stellen, indem man vor Disziplinlosigkeit warnt und unter Bezugnahme auf Zitate Lenins und Maos an die organisatorische Unfähigkeit der „Intelligenzler“ erinnert, die bekanntlich zu Phrasendrescherei und Anarchismus neigen.[7] Frank Deppe empfiehlt, an Stelle von Aktionismus sich der mühevollen Aufgabe zu stellen, sich an Wahlen zum Bundestag zu beteiligen, um dort den „Klassencharakter der Regierungsentscheidungen oder den Bedeutungsschwund des Parlaments zu entschleiern. Dies könne dann Teile der Werktätigen zu außerparlamentarischen Aktionen ermutigen. Deppe bezeichnet dies als die „parlamentarisch gerichtete Aktion“.[8]

Nach dem Ausschluß von 5 traditionalistischen Anhängern dieser „reinen“ marxistischen Theorie im Verlauf der 23. Delegiertenkonferenz am 12.09.1968 geht in der Zerfallsphase des SDS aus dieser Gruppe am 12.01.1969 in Abgrenzung zu den Antiautoritären die „Assoziation Marxistischer Studenten – Spartakus – , Vorläuferin des Marxistischen Studentenbundes (MSB Spartakus) hervor.[9]

Die Antiautoritären im SDS – hier vor allem Dutschke und der Frankfurter Flügel unter der Führung Hans-Jürgen Krahls, KD Wolffs und Frank Wolffs – sind zugleich pessimistisch und euphorisch optimistisch. Unter Übernahme der Theorien von Herbert Marcuse meinen sie defätistisch, eine Arbeiterklasse im Sinne von Marx existiere zu Zeit nicht. Manipuliert durch Presse, Rundfunk, Fernsehen und staatliche Einrichtungen paße sich der einzelne Arbeiter widerstandslos in die spätkapitalistische Gesellschaft ein. Reichlich labyrinthisch begründet der SDS dies beispielsweise folgendermaßen:

„Die kapitalistischen Produktionsverhältnisse sind nicht geeignet, die historisch mögliche Entfaltung der Produktivkräfte zu fördern; in ihnen muß vielmehr ihrer eigenen Aufrechterhaltung wegen diese Entfaltung verhindert werden. Durch erweiterte Integration sowohl der heterogenen Kapitalinteressen wie der unterdrückten Klassen vermittelte Ausbau der staatlichen und anderen öffentlichen Bürokratien und ihrer Funktion vermochte die herrschende Klasse der blinden Rebellion der in Produktionsmitteln materialisierten Produktionskräfte gegen ihre Fesselung (Weltwirtschaftskrise) ebenso ihrer revolutionären Konsequenzen zu entkleiden wie auch die lebendige Produktivkraft Arbeiterklasse in Fesseln zu halten.“[10]

Das heißt im Gegensatz zur reinen Lehre des „Kommunistischen Manifests“ ist allein auf die Weiterentwicklung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse kein Verlaß, um den befreienden Umsturz zu erreichen. Stattdessen proklamiert der antiautoritäre Flüge des SDS, der die Mehrheit im Verband bildet (Wortführer sind hier Dutschke und Krahl zusammen mit der Frankfurter SDS – Gruppe), mit träumerischer Zukunftsgewißheit diese klassenlose Gesellschaft, deren Weg er vorzubereiten meint.

„Die Rebellion der Studenten ist in ihrem antiinstitutionellen Charakter modellhaft für die Strategie des Klassenkampfes.“[11]

Insoweit greift der SDS auf die Totalitarismustheorie von Max Horkheimer zurück, der im Jahre 1942 in seinem Essay „Autoritärer Staat, den er dem Gedächtnis Walter Benjamins gewidmet hatte, die These aufstellt, im Übergang vom Monopol – zum Staats(Spät)kapitalismus gingen die großen Produktions – und Verkehrsorganismen, nämlich die Aktiengesellschaften und Trusts, auf den Staat über. Der Staatskapitalismus sei der autoritäre Staat der Gegenwart.[12] Dementsprechend notiert Horkheimer im Juli 1967:

„Alle Maßnahmen des Staates und der großen Unternehmer sind darauf gerichtet, das Ausbrechen der Krise zu verhindern. […] Der ‚freie Arbeiter‘ ist untypisch geworden. Er wird von den Gewerkschaftsbürokraten beherrscht, die sich äußerlich und in der Gesinnung von den Bürokraten und big business nicht wesentlich unterscheiden.“[13]

Oder im August 1967:

„Zu den großartigen Leistungen von Marx zählt, daß er ein Ziel aufgestellt hat, das damals Aktualität besaß, und daß er den verzweifelten Menschen die Überzeugung gab, daß dieses Ziel nicht nur erreichbar, sondern ‚wissenschaftlich‘ als geschichtlich notwendig nachgewiesen werden könnte. Was die jungen Menschen heute erstreben, ist ein solches Ziel, für das es sich lohnt zu kämpfen, das dem Leben einen Sinn gibt. Aber die Antwort auf die Frage, ob es ein solches Ziel heute gibt, heißt: nein. Was soll dem, was Marx Kapitalismus genannt hat, folgen. Was ändert sich, wenn anstelle der privaten Kapitalisten die bürokratischen Herrscher über Produktionsmittel treten. Die heutige Gesellschaft konnte Marx nicht voraussehen. Was bedeuten die Kapitalisten, wenn es kein Proletariat im Marxschen Sinne mehr gibt, sondern nur noch mehr oder weniger befriedigte und leicht manipulierbare ‚Partner‘ im Produktionsprozeß?“[14]

Im Gegensatz zu dieser pessimistischen Diagnose Horkheimers meinen die SDS-Theoretiker sehr wohl, das revolutionäre Ziel erreichen zu können, und vermischen damit dessen Theorie des „integralen Etatismus‘[15] mit der utopischen Ideenwelt Herbert Marcuses vom ‚Neuen Menschen‘, der sich entfaltet, wenn die Macht der Institutionen (der Bürokratie) gebrochen ist.

Vordringliche Aufgabe der Studentenbewegung ist es aus ihrer Sicht, die Ohnmacht der Arbeiterklasse und deren Handlungsunfähigkeit durch eigene Aktivitäten zu ersetzen:

„Die weitaus wichtigere Funktion, die die Entfaltung der oppositionellen Studentenbewegung für die Emanzipation der Arbeiterklasse hat, liegt jedoch darin, daß die studentische Bewegung für die zu entwickelnde Strategie des Kampfes der Arbeiterklasse richtungsweisende Momente enthält. Sie ist für das Wiedererstehen und die Entwicklung einer lebendigen sozialistischen Theorie in der BRD ein vorerst unentbehrlicher Faktor.“[16]

Insoweit wird strategisch daraufhin gearbeitet, durch politische Emanzipation der Studenten eine revolutionäre Schicht aufzubauen und damit den revolutionären Kampf der zur Zeit handlungsunfähigen Arbeiterklasse zu ermöglichen, der ein Kampf gegen den Staat ist, der sich im Sinne von Lenin als Machtinstrument der herrschenden Klasse verhält.[17]/[18] Im Verlauf der 22. Delegiertenkonferenz im vom 4. bis 8. September 1967 diskutieren die verschiedene Fraktionen innerhalb des Verbandes diese Frage. Im Zentrum der Diskussion steht ein von Krahl und Dutschke gemeinsam verfasstes Referat zur Frage der Organisation des SDS, der nach eigenem Bekunden dem sich hektisch entwickelnden antiautoritären Protest mit seiner überkommenen, noch an der SPD orientierten Organisationsstruktur, nicht mehr gewachsen ist. In Fortführung der Theorie Herbert Marcuses proklamieren sie:

„Die Agitation in der Aktion, die sinnliche Erfahrung der organisierten Einzelkämpfer in der Auseinander­setzung mit der staatlichen Exekutivgewalt bilden die mobilisierenden Faktoren in der Verbreiterung der radikalen Opposition und ermöglichen tendenziell einen Bewußtseinsprozeß für agierende Minderheiten innerhalb der passiven und leidenden Massen, denen durch sichtbar irreguläre Aktionen die abstrakte Ge­walt des Systems zur sinnlichen Gewißheit werden kann. Die ‘Propaganda der Schüsse’ (Che) in der ‘Dritten Welt’ muß durch die ‘Propaganda der Tat’ in den Metropolen vervollständigt werden, welche eine Urbanisierung ruraler Guerilla-Tätigkeit geschicht­lich möglich macht. Der städtische Guerillero ist der Organisator schlechthinniger Irregularität als Destruk­tion des Systems der repressiven Institutionen.“[19]

Und für die Hochschule besonders folgenreich:

„Die Universität bildet seine Sicherheitszone, genau­er gesagt, seine soziale Basis, in der er und von der er den Kampf gegen die Institutionen, den Kampf um den Mensagroschen und um die Macht im Staate or­ganisiert.“[20]

Es nicht verwunderlich, daß daraufhin in den folgenden Monaten vor allem die Frankfurter Universität  zur Bühne der „städtischen Guerilleros“ Krahl, Dutschke und seiner Genossen gerät. Die Vielzahl ihrer Aktionen beweist: Das aktionistische Programm ist bitter ernst gemeint. Beschwert man sich in der Folgezeit über Polizeieinsätze, Strafanzeigen und rechtliche Maßnahmen anderer Art sind diese in Wirklichkeit gewollt, werden gezielt provoziert und dienen dazu, dem nur scheinbar toleranten Rektor und dessen Bürokratie brutal die Maske von dem Gesicht zu reißen. Dessen Reaktionen sind unabdingbarer Teil der Agitation durch Aktion.

Das Referat ist nicht nur eine Kampfansage an die Institutionen, sondern auch eine Absage an die Traditionalisten im Verband. Kraushaar berichtet, Hannes Heer, einer der Bonner Delegierten habe sich sogar nicht gescheut, daraufhin den von Jürgen Habermas formulierten Linksfaschismus Vorwurf aufzugreifen und ihn Rudi Dutschke ein weiteres Mal entgegenzuhalten.[21]

Die FAZ kommentiert die Konferenz in einem Artikel vom 8.9.1967 folgendermaßen:

„Die ideologischen Meinungsverschiedenheiten werden gegenwärtig in Frankfurt sichtbar ausgetragen. Dabei berauschen sich die Disputanten im Wesentlichen an abstrakten Denkmodellen, die in einer in diesem Land üblicherweise kaum gebrauchten Sprache vorgetragen werden. Da tauchen der ’Klassenfeind’, der ’Bourgeois’, ’Monopol’ – und ’Spätkapitalismus’ aus dem Vokabular der frühen Klassenkämpfer wieder auf. Da ist von der ’sozial – strategischen Basis der Arbeiterklasse’, der ’Rolle des Proletariats im Spätkapitalismus’, der ’Anonymisierung des Kapitals’ die Rede, da versucht man, eine ’Theorie des organisierten Kampfes’ zu entwickeln, eine ’strukturelle Analyse der struktiven Manipulation als Moment des Spätkapitalismus ’zu erarbeiten, bemüht sich um die ’exemplarische Entlarvung der Institutionen’ oder beschwört die ’Funktion der Aktion für die Integration der Organisation’.“[22]

Die von ihm beanspruchte Führungsrolle vermag der SDS in Frankfurt nur unvollkommen nachzukommen. So bestätigt er zwar, daß 1967 eine zentrale Projektgruppe von etwa 15[23] Personen bestanden habe, „die sich als theoretisches Arbeitsthema die Organisationsfrage im revolutionären Sozialismus stellte und sich als praktisches Ziel setzte, den allgemeinpolitischen Protest in die Alltagssituation Hochschule hineinzutragen.“[24] Diese Projektgruppe hat nach dieser Auskunft vor allem die Carlo Schmid – Aktion vom 20.11.1967 organisiert. Auch sei es unter Führung der zentralen Projektgruppe gelungen, „zum Angriff auf die Machtpositionen in der Universität“ überzugehen, indem das Professorenkonzil, das eine neue Satzung vorberei­ten sollte, gesprengt worden sei (siehe Kapitel 52: Das Teach-In am 19.12.1967: Zur Demokratisierung der Universität, Seite 210 ff.). Trotz dieser Erfolge gerät man in eine Sackgasse. Es gelingt nicht, „eine allgemeine, über den SDS hinausgehende Organisationsform der Studentenbewegung zu finden“:

„Die kleine Zahl der besten SDS-Agitato­ren [wurde] in die Rolle von ‘Studentenführern’ gedrängt, deren Aufgabe es war, bei jeder Versammlung und Aktion die Radikalität der Bewegung zu produzieren und zu reproduzieren.[25] Dadurch war die Avantgardeposition des SDS in der Agitation gesichert, aber da­mit entstanden zugleich die Bedingungen für die in Zeiten der Aktionsflaute auftretende Passivierung der Studenten. Auf die SDS-Organisation zurückbezogen blieb das Ergebnis: 15 Genossen waren permanent in der Arbeit der Projektgruppe engagiert (ich lasse das ungeheure Schwergewicht, das auf den führenden Agi­tatoren lastete, zunächst beiseite), 40 bis 50 Genossen wurden zeitweilig in die Organisation der Agitation und Propaganda mithineingezogen, der Rest der großen SDS-Gruppe Frankfurt wurde oder blieb Claque.“[26]

Nach diesem Bericht plante man für den Sommer 1968 in Frankfurt „zur Klassentheorie“ überzugehen, was allerdings mißlingt. Den Grund für diesen Fehlschlag sieht man in dem übergroßen Druck auf die wenigen Aktivisten, deren private Existenz zusammenzubrechen droht. Da die Projektgruppe nach dem Abschluß der Anti-Springeraktionen die Notstandskampagne organisiert habe, seien deren Mitglieder in den permanenten Massenmobilisierungen verheizt worden. Als Ausweg aus diesem Dilemma denkt man daran, meh­rere Projektgruppen zu gründen, entdeckt aber die Schwierigkeit, eine genügende Zahl von arbeitswilligen und geschulten „Genossen“ zu finden.[27]

Behält man das primäre, sozialistische, frühkommunistische Ziel des Klassenkampfes im Auge, gerinnt jegliche Aktion, die vordergründig gegen die Notstandsgesetze, gegen den Vietnamkrieg, gegen die Justiz, gegen die Hochschulbürokratie, usw. gerichtet ist, letztlich zu einem Mittel, das revolutionäre „Großziel“ zu erreichen.[28] Im Verlauf seiner Römerbergrede am 27.05.1968 [siehe: Kapitel 98: Vorbereitungen zur Besetzung des Rektorats (27.5.1968), Seite 291], deren Themen die bevorstehende 3. Lesung der Notstandsgesetze und die Schließung der Universität ist, erinnert Krahl an diesen Zusammenhang:

„Die Aussperrung der Studenten aus der Universität hat wieder einmal bewiesen, dass überall, wo Menschen beginnen, sich ihr Handeln nicht mehr vorschreiben zu lassen, sondern selbständig ihre Interessen wahrnehmen, der Staat und die Behörden zu Unterdrückungs – und Notmassnahmen Zuflucht nehmen müssen. Denn sie brauchen den unmündigen Menschen zur Aufrechterhaltung dieses Herrschaftssystems. Aber die grossen Streiks der Arbeiterklasse in unserem Nachbarland Frankreich haben angezeigt, was die massenhafte Solidarität der Lohnabhängigen vermag. Auch in Deutschland haben mehrere wilde Streiks in den letzten Jahren wie zum Beispiel bei Hanomag, gezeigt, dass die Arbeiter ihre gemeinsamen Interessen selbst gegen ihre Führung durchsetzen können, wenn sie solidarischen Widerstand leisten.“[29]

Seine Rede schließt Krahl mit einem Aufruf zur praktischen Solidarität der Arbeiter, Studenten und Schüler. Es ist eine Proklamation, die den Kernbereich der Studentenbewegung betrifft. Sie ist darauf gerichtet, die Aktionseinheit herzustellen, die erst den von Marx und Engels angekündigten Klassenkampf unter Führung der Arbeiterklasse ermöglicht. Diese stellt das eigentliche revolutionäre Subjekt dar.

In einem Exposé „Zur Geschichtsphilosophie des autoritären Staates“, der als Beitrag für die Ende Mai 1968 eingerichtete „Kritische Universität“ [siehe: Kapitel 104: Die politische Universität (30.5.1968), Seite 305] bestimmt ist, hebt Krahl diese primäre Bedeutung hervor:

„Erfolg und Niederlage der direkten Aktion bemassen sich aber für eine Bewegung, welche die historische Legitimation des emanzipatorischen Anspruchs auf Revolution zu restitutieren sucht, konkret in der Regel nicht an den unmittelbaren Zugeständnissen, die den Herrschenden abgetrotzt werden können, sondern an der klassenspezifischen Verbreiterung der Massenbasis, vor allem aber an deren qualitativer Organisierung. Die Fortschritte, die in der aufgeklärten Spontaneität der schon selbsttätigen Gruppen und der Aktivierung der bislang unbewegten Gruppen erzielt werden, sind historisch höher zu bewerten als die Erleichterungen und Rechte, die von den Regierenden eventuell gewährt werden.“[30]

Dies Problem wird in zahllosen Situationen immer wieder thematisiert und bestimmt fortlaufend die Diskussionen der linken Theoretiker.

„Wir sind dafür, aus der Solidarität der Interessen eine Solidarität in der politischen und sozialen Bewegung von Studenten, Schülern und Arbeitern zu machen. Wir sagen ganz offen: Es wäre schlecht für unsere gemeinsame Sache, wenn der berechtigte Protest von Studenten und Schülern sich von der allgemeinen demokratischen Opposition isoliert hielte und in der Öffentlichkeit als bloße Generationsrevolte oder als jugendliche Lust an der Provokation mißverstanden würde. Gerade deshalb darf die politische Auseinandersetzung nicht bei der Kritik an Symptomen der gegenwärtigen Politik stehen bleiben.“[31]

Nachdrücklich nimmt man beispielsweise im September 1968 für den Streik der Stahl- und Bergarbeiter Partei, indem verkündet wird, die Studenten verbinde mit den streikenden Arbeitern die Solidarität aller Unterdrückten.[32] Allerdings nehmen die Arbeiter diese behauptete Unterdrückung nicht angemessen wahr. Gelingt in Einzelfällen eine Solidarisierung, fehlt es an einer handfesten Strategie, sie zu stabilisieren. Dies diagnostiziert der SDS enttäuscht unter Bezugnahme auf die Aktionen gegen die Notstandsgesetzgebung;

„Die theoretische und organisatorische Perspektive für die er­hoffte Solidarisierung in den Betrieben fehlte weitgehend. Die tatsächlich in größerem Ausmaß als erwartet eintretende Mobilisierung von linken Gewerkschaftern und jungen Kollegen aus den Betrieben traf die Gruppen ohne ausreichende Vorbe­reitung. Zwar gelang es, die Kritik am Gewerkschaftsapparat bei den großen Streikversammlungen zu verbalisieren und die Isola­tion der Studenten punktuell zu durchbrechen;  zwar gelang es, an mehreren Orten die von lokalen Gewerkschaftsfunktionären mit in Gang gebrachte Bewegung über reformistische Positionen hinaus zu entwickeln; zwar gelang es, in den aktuellen Streika­gitation kurzfristig Aktionsausschüsse von Arbeitern und Stu­denten zu organisieren. Bis auf wenige Kontakte mit relativ selbsttätigen Gewerkschaftsjugendclubs und Lehrlingsgruppen wie der an den Farbwerken Hoechst gelang aber eine organisa­torische Stabilisierung der Aktionseinheit der Streikphase nicht.“[33]

In dem sich selbst überfordernden Rollenverständnis einer revolutionären Avantgarde liegt dann auch der eigentliche Grund für das Scheitern des SDS, dem es nicht gelingt, seine Strategie wirklich umzusetzen. Weder glückt es ihm, innerhalb der Studenten „eine revolutionäre Schicht“ aufzubauen, noch kann er die Arbeiterschaft in seinem Sinne politisieren und mobilisieren. Statt dieses große Ziel auch nur in Ansätzen zu erreichen, zerfleddern die Aktionen in unterschiedliche Richtungen. Sie sind gegen das amerikanische Engagement in Vietnam gerichtet, wenden sich gegen die Notstandsgesetzgebung oder das Springermonopol, verwandeln sich in Kampagnen gegen Justiz, Polizei und Hochschulbürokratie, usw. Keines dieser Themen vermag die Bevölkerung oder größere Teile der Studentenschaft im Sinne der Protestbewegung umfassend zu mobilisieren. Das SDS-Mitglied Joscha Schmierer thematisiert den frustrierenden möglichen Grund für das Scheitern der gesamten Bewegung, wenn er in seinen „Bemerkungen zur Organisationsfrage“ ahnungsvoll feststellt:

„Eine Krise der revolutionären Bewegung könnte durch eine objektive Entwicklung der bestehenden Gesellschaft selbst bedingt sein, die real, eindimensional geworden wäre und die revolutionäre Alternative ein für allemal als Möglichkeit abgeschafft hätte. Die Apathisierung der Massen wäre dann keine Frage der ideologischen Manipulation, sondern adaequater Ausdruck der bestehenden Gesellschaft. Die Krise der revolutionären Bewegung ließe nur einen letalen Ausgang zu. Die Organisationsdebatte wäre Ausdruck eines falschen Bewußtseins, das hinter der objektiven Entwicklung herhinkt. Ihre sektiererischen Züge entsprächen dann ihrem Wesen; die Frage wäre gelöst, indem sie gestellt wird. In dieser Interpretation erschienen die Massenaktionen der jüngsten Zeit als ideologisches Aufbäumen einer Minderheit, die sich der Einsicht in den Zwang der Geschichte nicht beugen will und an dieser Einsichtslosigkeit zerbricht. Die Organisationsdebatte wäre eine Frage des falschen Bewußtseins der Revolutionäre, nicht dessen der Adressaten ihrer Agitation und Aktion.“[34]

An die Stelle der umfassenden Utopie tritt Frustration, Desorganisation und schließlich Auflösung des SDS-Bundesvorstandes im März 1970 bei vorherigem Versickern der Studentenbewegung. Hinzu kommt: Die Depression und Enttäuschung wird durch die Erkenntnis verstärkt, daß es im Gegensatz zu den eigenen Vorstellungen, die in ihrem Kern auf die Vorgaben des Kommunistischen Manifests zurückführbar sind, es objektiv unmöglich ist, die Klassentheorie, das heißt die sozialistische Idee, unmittelbar in Praxis umzusetzen. Neurotische Züge werden erkennbar, wenn trotz dieser prekären Situation Krahl siegesgewiß und unverdrossen verkündet[35]:

„Die ökonomiekritischen Prognosen des Historischen Materialismus über den naturgesetzlichen Geschichtsverlauf der kapitalistischen Weltordnung haben sich bestätigt. Die historischen Bedingungen für die wirtschaftliche Zusammenbruchskrise des Kapitals sind erfüllt; die geschichtliche Tendenz der kapitalistischen Akkumulation hat längst den Konzentrations – und Zentralisationsgrad des Kapitals erreicht, den Marx und Engels als dessen naturwüchsig herbeigeführten geschichtlichen Endpunkt bezeichneten.“[36]

Negt erinnert an dieses zentrale Mißverständnis, die Praxis ergebe sich ohne weiteres aus der Theorie, wenn er rückwärts schauend nachdrücklich unterstreicht, Theorie sei lediglich Gefäß, eine charakteristische Form des kollektiven Gedächtnisses, nicht aber Wahrheitskriterium und Prüfstein für die Praxis.[37] Damit wird aber auch auf die jugendliche Emphase und die Aggressivität verzichtet, die Krahl in der Gewißheit, der Umbruch stehe naturgesetzlich unmittelbar bevor, zu folgendem Aufruf beflügelt:

„Es kommt darauf an, in solidarischer Aktion und in konkreter Solidarität mit der revolutionären Befreiungsbewegung in der Dritten Welt, den gigantischen militärischen und staatlichen Machtapparat in den spätkapitalistischen Ländern zu zerschlagen.“[38]

Auch Herbert Marcuse läßt sich noch im Juli 1977, angesprochen auf das Scheitern der Protestbewegung, nicht entmutigen:

„Wie immer hat die herrschende Klasse ein viel besseres und genaueres Bewußtsein von der Bedeutung der Oppositionsbewegung gehabt als die Bewegung selbst; sie hat nämlich gesehen, daß hier wirklich Gefahr im Verzuge war, und den Explosivstoff rasch zugeschüttet. Unter dem Druck verschärfter Repression in den Vereinigten Staaten, in Frankreich und in der Bundesrepublik ist die Bewegung zerfallen; aber im Zerfall haben sich die Ideen der Bewegung verbreitet und sind übergegangen auf andere Schichten der Bevölkerung.“[39]

Oder noch pointierter:

„Die Neue Linke ist nicht gescheitert, gescheitert sind ihre aus der Politik geflohenen Anhänger.“[40]

Neben den Machtphantasien, die eine reflektierende kritische Gesellschaftstheorie unmöglich machen, hat übrigens Negt eine prosaischere Erklärung für das Scheitern der Suche nach dem „revolutionären Subjekt“. Einer der gravierendsten Fehler der Bewegung sei es gewesen, anzunehmen, man könne an den Gewerkschaften vorbei und gegen sie den Zugang zu den Arbeitern finden. Der Antigewerkschaftskomplex sei verhängnisvoll gewesen.[41]

Anzumerken ist: Weder der antiautoritäre Flügel des SDS noch Herbert Marcuse haben sich im strengen Sinne marxistisch verhalten. Für Marx und Engels war der Weg zur klassenlosen Gesellschaft durch objektive (Produktivkräfte) und subjektive Faktoren bestimmt. Eine Veränderung der Gesellschaft ohne Berücksichtigung der objektiven Gesetzmäßigkeiten war für sie ausgeschlossen:

„Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.“[42]

Eben diese Sicherheit fehlt in Wirklichkeit den linken Theoretikern und erklärt deren Verzweiflung über die manipulierte Gesellschaft, so daß man in Umkehrung des Marxschen Dogmas sagen kann, sie handeln nach der Devise: „Das Bewußtsein der Menschen bestimmt ihr gesellschaftliches Sein.“ Sie sind notwendigerweise frustriert; weil es ihnen nicht gelingt, im Sinne dieses voluntaristischen Ansatzes das Bewußtsein der Bürger zu verändern. Insoweit scheitern sie doppelt: Ihre Aktionen zur Bewußtseinsveränderung schlagen fehl und dieses Mißlingen signalisiert die allumfassende Unwahrheit ihrer Theorie.[43]


[1] Marx, Karl, Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850 (Aus der Neuen Rheinischen Zeitung, Preußisch-Hannoversche Revue, 1850, Berlin 1895), S.90

[2] Lenin, W.I.: Staat und Revolution. Die Lehre des Marxismus vom Staat und die Aufgaben des  Proletariats in der Revolution, aaO, 

[3] Deswegen ist es übrigens nicht zufällig, daß Krahl, als Wortführer der Bewegung, plante, zum Thema „Die Naturgesetze der kapitalistischen Entwicklung in der Lehre von Marx. Zum geschichtsphilosophischen Gehalt des historischen Materialismus“ unter der Anleitung von Adorno eine Doktorarbeit vorzulegen (Fehler! Keine gültige Verknüpfung.).

[4] Siehe hierzu im Detail: Juchler, Ingo: Rebellische Subjektivität und Internationalismus. aaO, Seite 25 ff. und Bauß, Gerhard: Die Studentenbewegung der sechziger Jahre in der Bundesrepublik und Westberlin. aaO, Seite 331 ff.

[5] Suchen

[6] Eisner, Erichd: Der gesellschaftliche Standort der Studentenbewegung. In: Neue Kritik, November 1967, Heft 44, Seite 36

[7] Eisner, Erichd: Der gesellschaftliche Standort der Studentenbewegung. In: Neue Kritik, November 1967, Heft 44, Seite 37 f.

[8] Deppe, Frank: Parlamentarismus -Parlamentarische Aktion – Sozialistische Politik. In: Neue Kritik, November 1967, Heft 44, Seite 37 f.

[9] Siehe hierzu im Einzelnen: Gerken, Eike und Kivenheim, Christof: Assoziation Marxistischer Studenten – SPARTAKUS – in: Argument Studienheft 30, Seite 37 ff

[10] Suchen

[11]

[12] Horkheimer, Max: Autoritärer Staat(1940). In: derselbe: Kritische Theorie der Gesellschaft, Band III, aaO, Seite 35 ff. (Anmerkung des Verfassers: Dieser Aufsatz kursierte übrigens 1967/68 in hektografierter Form in der Universität).

[13] Horkheimer, Max: Gesammelte Schriften, Band 14, aaO, Seite 419 f.

[14] Horkheimer, Max: Gesammelte Schriften, Band 14, aaO, Seite 426.

[15] Horkheimer, Max: Autoritärer Staat(1940). In: derselbe: Kritische Theorie der Gesellschaft, Band III, aaO, Seite 45 ff.

[16]

[17] Krahl, Hans-Jürgen: Konstitution und Klassenkampf, aaO, S.152

[18] Herbert Marcuse formuliert in dieser Hinsicht vorsichtiger, denn er betont ausdrücklich, die Studentenbewegung könne die Arbeiterbewegung als mögliches revolutionäres Subjekt nicht ersetzen. Sie sei lediglich Katalysator, Vorbereiter der revolutionären Bewegung. – An anderer Stelle heißt es aber auch: „Von der Tätigkeit her gewehen, befinden sich die Studenten in der Vorfront eines Emanzipationskampfes, jedenfalls nicht mehr im Ghetto einer Randgruppe.“ In: Marcuse, Herbert: Gespräche mit Herbert Marcuse. aaO, Seite 58.

[19] Rede>05.09.1967>>Krahl/Dutschke, Rede: Organisationsreferat auf der 22. Delegiertenkonferenz des SDS. In seiner Analyse dieses Organisationsreferats (Kraushaar, Wolfgang: Autoritärer Staat und Antiautoritäre Bewegung. In: Frankfurter Schule und Studentenbewegung, Band 3, Seite 15 ff.) bestreitet Kraushaar nicht, daß die hier formulierten Konzepte die Krankheitskeime in sich bergen, die Jahre später die Mitglieder der RAF befallen und in deren terroristischen Gewalttaten als tötliche Seuche ausbrechen.

[20] Rede>05.09.1967>>Krahl/Dutschke, Rede: Organisationsreferat auf der 22. Delegiertenkonferenz des SDS

[21] Kraushaar, Wolfgang: Autoritärer Staat und Antiautoritäre Bewegung. In: Frankfurter Schule und Studentenbewegung, Band 3, Seite 29 f.

[22] Artikel>08.09.1967>>FAZ: „Anarchisten – Traditionalisten – Strenggläubige

[23] Zu dieser Kernmannschaft gehören: Hans-Jürgen Krahl, K-D.Wolff, Frank Wolff, Ronny Loewy, Udo Riechmann, Gotthardt Bechmann, Burkhard Bluem, Antonia Grunenberg, Bernt Trautmann, Dietrich Wetzel

[24] Brief>22.05.1966>>SDS an Herbert Marcuse: Bitte auf dem Vietnamkongreß eine Rede zu halten

[25] Rückschauend kommentiert Antje Vollmer auf dem Frankfurter Erinnerungskongreß „Prima Klima“ die Rolle der Studentenführer aus der Sicht der Frauen: Es war „die Verbindung von Revolte und Machismo, der linke Machomann, ausgewiesen durch eine brillante Rhetorik, eine leicht ins Zynische kippende Moral und ein flotte Freundin. Er wurde zum alles bestimmenden Männertyp der deutschen Linken. Wer dazu nicht gehörte, hatte keine Chance bis zum heutigen Tag.“ In: Schauer, Helmut: Prima Klima, aaO, Seite 20. Cohn-Bendit, der Kongreßteilnehmer war, fühlte sich übrigens von dieser Charakterisierung angesprochen.

[26] Brief>22.05.1966>>SDS an Herbert Marcuse: Bitte auf dem Vietnamkongreß eine Rede zu halten

[27] Brief>22.05.1966>>SDS an Herbert Marcuse: Bitte auf dem Vietnamkongreß eine Rede zu halten

[28] Siehe hierzu auch die Vermerk>05.12.1967>>Hövels,: Analyse der hochschulpolitischen Situation, der ausdrücklich folgendes hervorhebt: „Der SDS versteht seine Tätigkeit an der Hochschule nur als Randfunktion des Klassenkampf es. Daher erklärt sich der entscheidende Kampf des SDS gegen die Notstandsgesetze ebenso wie seine ersten Versuche, die Schülerschaft in seine Bemühungen einzubeziehen.“

[29] Krahl, Hans-Jürgen: Konstitution und Klassenkampf, aaO, S.154

[30] Krahl, Hans-Jürgen: Konstitution und Klassenkampf, aaO, S.204

[35] Wann hat er das verkündet?

[36] Krahl, Hans-Jürgen: Konstitution und Klassenkampf, aaO, S. 207

[37] Negt, Oskar: Politische Intellektuelle und die Macht. Achtundsechzig, aaO, S. 129

[38] Krahl, Hans-Jürgen: Konstitution und Klassenkampf, aaO, S.148

[39] Marcuse, Herbert: Gespräche mit Herbert Marcuse. aaO, Seite 59 f.

[40] Siehe Fußnote 257, Seite 96

[41] Negt, Oskar: Achtundsechzig. aaO, Seite 168

[42] Marx, Karl: Marx Engels Werke, aaO, Seite Seite 9

[43] Siehe hierzug: Guggenberger, Bernd: Die Neubestimmung dessubjektiven Faktors im Neomarxismus. aaO, Seit 23 ff.