Th.W.Adorno

Idol und gleichzeitig Feind der Aktionisten, Gewaltgegner, Theoretiker, Opfer des sogenannten “Busenattentats” und Mitverantwortlicher für die polizeiliche Räumung des Instituts für Sozialforschung

* 11. September 1903 in Frankfurt am Main als Theodor Ludwig Wiesengrund; † 6. August 1969 in Visp, Schweiz, amtlich bestätigter Nachname: Adorno, während das Wiesengrund zum W. schrumpft. Also: Theodor W. Adorno. (Siehe hierzu: Wiggershaus, Rolf: Die Frankfurter Schule. Geschichte, Theoretische Entwicklung, Politische Bedeutung. aaO, S, 83)

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Dienstliche Stellung innerhalb der Universität und des Instituts für Sozialforschung

Adorno wird 1950 zum außerordentlichen Professor ernannt und 1955 als ordentlicher Professor für Soziologie und Philosophie berufen. Seit dem Sommersemester 1954 bietet er bis zu seinem Tod im Jahr 1969 regelmäßig soziologische Lehrveranstaltungen an. Zusammen mit Liebrucks und Habermas ist er Direktor des Philosophischen Seminars. Zudem leitet er ab 1958 das Institut für Sozialforschung und gleichzeitig das Soziologische Seminar.

Adorno und Herbert Marcuse

Ab Februar 1969 bis zu Adornos Tod tragen Adorno und Herbert Marcuse in einem intensiven
Briefwechsel einen Dissens aus, von dem Adorno in einem Brief an Horkheimer bereits befürchtete, er könnte einen „Bruch zwischen ihm und uns“ herbeiführen. Marcuse kritisiert Adornos Praxis- Abstinenz ebenso wie Habermas’ Vorwurf des „linken Faschismus“ gegenüber den rebellierenden Studenten sowie die polizeiliche Räumung des besetzten Instituts. Adorno verteidigt Habermas’ Vorwurf. Auch er sieht er jetzt Tendenzen, die „mit dem Faschismus unmittelbar konvergieren“, und nimmt, wie er Marcuse schreibt, „die Gefahr des Umschlags der Studentenbewegung in Faschismus viel schwerer als Du“.

I. Adorno verstrickt in die Auseinandersetzungen im Verlauf der Studentenbewegung

Die folgenden zwei polizeilichen Vermerke aus dem Akten des Polizeipräsidiums verdeutlichen, zu welchen  kuriosen Verwirrungen es kommen kann, wenn Außenstehende der Namensvielfalt Adornos begegnen. Immerhin ist polizeilich nichts zu veranlassen:

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II. Adorno und das Hausverbot für Krahl

Der Rektor erteilt am 7. Juni 1968 Krahl ein Hausverbot. Jedoch kann es ihm nicht zugestellt werden. Deswegen wendet sich Rüegg mit folgendem Schreiben an Adorno:

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Adorno reagiert nicht schriftlich, sondern bestätigt dem Rektor am 27. Juni 1968 telefonisch, er werde der Bitte entsprechen. Der Kurator von Thümen fasst dieses Ergebnis in dem folgenden Schreiben an Adorno zusammen:

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III. Das Institut für Sozialforschung, “die studentische Revolte” und Adorno

Einem anderen Thema widmet sich Adorno, in seinem Schreiben vom 22. November 1968 an Prof. Böhm, den Vorsitzenden der Stiftung Institut für Sozialforschung, in welchem er sich über Äußerungen von Rüegg beschwert:

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IV. Die Rolle von Adorno bei der Räumung des Instituts für Sozialforschung am 31. Januar 1969

In diesem Kontext ist der folgende Polizeibericht vom 31. Januar 1969 zur Räumung des Instituts für Sozialforschung, mit der auch Adorno befasst ist, aufschlussreich:

Adorno Studentenbewegung
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Adorno im verlauf der polizeilichen Räumung des Instituts für Sozialforschung

Sicherlich sind für Adorno die geschilderten Ereignisse psychisch belastend. Fraglos erkennen dies Kontrahenten. Dies bestätigt die folgende Karikatur:

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Fundstelle: Dokumentation zu einem Jahr Hochschulpolitik am Beispiel der Universität Frankfurt. Herausgeber Zoller. Joseph Melzer Verlag 1968, Seite 118

V. Adorno als Institution ist tot“, das Tränengerücht und das sogenannte “Busenattentat” am 22. April 1969

VI. Der Tod Adornos am 6. August 1969

Am Tag nach der Gerichtsverhandlung gegen Krahl fährt er mit seiner Frau Grete in den üblichen Sommerurlaub in die Schweizer Berge nach Zermatt, dem kleinen Bergsteigerort am Matterhorn. Ungenügend akklimatisiert unternimmt das Ehepaar mit einer Seilbahn einen Ausflug. Kurz danach wird Adorno mit Herzbeschwerden in eine Klinik eingeliefert und erliegt dort am 6. August 1969 einem Herzinfarkt. Das Grab von Theodor W. Adorno befindet sich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_W._Adorno

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